Veranstaltungen rund um China



Der Luxus der Langsamkeit

Christoph Ransmayr versetzt uns im Roman «Cox oder Der Lauf der Zeit» in ein märchenhaftes China. Dort lässt sich ein allmächtiger Kaiser eine besondere Uhr konstruieren.


Nichts ist unerbittlicher als die Zeit. Sie kennt nur eine Richtung: auf den Tod zu. Ihr Ticken hören wir lange nicht, in unserer provisorischen Unsterblichkeit; wenn es dem Ende zu geht, aber deutlich und immer lauter. Unsere Zeit ist abgemessen; wie viel uns gegeben ist, wissen wir nicht. Wir können sie messen, aber nicht beherrschen – wissen wir ja nicht einmal genau, was sie ist.

Wie die gefühlte Temperatur, die unsere Wetterfrösche erfunden haben, gibt es auch die gefühlte Zeit. Auf dem Zahnarztstuhl oder beim Warten auf den verspäteten Zug schleicht sie dahin, ­Momente des Genusses dagegen rasen im Nu vorbei. Eine Uhr für die subjektive Zeit: Das wünscht sich in Christoph Ransmayrs Roman der Kaiser von China, und Alister Cox aus England, der grösste Automaten- und Uhrenkonstrukteur ­seiner Zeit, soll sie ihm bauen; deshalb hat er ihn mit drei Gehilfen nach Peking kommen lassen.

Den Kaiser Qianlong hat es wirklich gegeben, er regierte im 18. Jahrhundert ein geeintes, expandierendes, blühendes Land, förderte Künste und Literatur, schrieb selbst Gedichte, malte und kalligrafierte. Einen Cox hat es auch gegeben, ein wenig anders; er hiess mit Vornamen James und war tatsächlich ein genialer Mechanikus und Erfinder, aber nie in China. Im Victoria & Albert Museum in London ist «Cox’s timepiece» zu bewundern, eine Uhr, deren Werk über eine Quecksilbersäule allein durch die Schwankungen des Luftdrucks angetrieben wird. Cox hielt sie fälschlicherweise für das vielberufene Perpetuum mobile. Immerhin muss sie nie aufgezogen werden, läuft im Prinzip also ewig.

Eine solche Uhr konstruiert Alister Cox, Christoph Ransmayrs Held, im Roman für den Roman-Kaiser Qianlong. Das 18. Jahrhundert, die letzte präindustrielle Epoche, war der Höhepunkt einer speziellen Sparte der Mechanik, des Automatenbaus. Europas und eben auch Chinas Höfe zahlten Unsummen für die Wunderwerke aus kostbaren Materialien, die zu leben schienen: Vögel schlugen mit den Flügeln, reckten die Hälse und sangen. Uhren verbanden die Zeitanzeige mit allerlei Kunststücken.

41 Frauen, 3000 Konkubinen

Das 18. Jahrhundert war ebenfalls eine Epoche heftiger theologischer Spekulation; eine davon sah in Gott den grossen Uhrmacher, der die Welt perfekt konstruiert und dann mit einem Fingerschnipsen in Gang gesetzt hatte. Wie ein Uhrwerk funktioniert auch Ransmayrs China, ein Uhrwerk, in dem die Rädchen, Schräubchen, Stangen und Hebel von Menschen gebildet werden. Herz oder Geist der Uhr ist der Kaiser, «Herrscher der zehntausend Jahre», und jedenfalls über jede Regung jedes seiner Untertanen.

Der Absolutismus ist in diesem Roman-China aufs Äusserste gesteigert. Der Kaiser reist in einer Flotte von 35, ihre Position ständig wechselnden Dschunken, in jeder könnte er sein. Er ist unsichtbar, weil niemand die Augen zu ihm aufheben darf. Er bewegt sich in einem Tross von 4000 Begleitern, nennt 41 Frauen und 3000 Konkubinen sein Eigen. Wer falsche Gerüchte streut, erleidet einen schrecklichen Foltertod. Schon zu Beginn des Romans, Cox landet gerade im Hafen von Hangzhou, wird 27 betrügerischen Spekulanten die Nase abgeschnitten. Und Ransmayr ­beschreibt dies so präzise wie die Pracht des Kaiserhofs oder die Details eines Automaten.

Absolute Macht führt zur Hybris, zur Realitätsflucht und zur Paranoia; man kennt dies aus südamerikanischen ­Diktatorenromanen oder aus Ismail ­Kadarés «Nachfolger», aber auch vom historischen Stalin. Probleme werden geleugnet, Bedrohungen erfunden oder aufgebauscht. Absolute Macht darf keine Grenzen zugeben – auch nicht die der eigenen Vergänglichkeit. Der Tod des Kaisers ist das Ende der Welt, heisst es einmal. Deshalb ist die gewünschte Uhr, die ewig ticken soll, zugleich eine Provokation für den Auftraggeber: langlebiger als er, ein Zeichen seiner Endlichkeit. Ransmayrs Kaiser Qianlong findet schliesslich eine Lösung für dieses Dilemma.

Die Zeit zurückdrehen

Nun heisst der Roman nicht «Qianlong», sondern «Cox», und sein Held, «der traurigste Mann auf Erden», ist zwar ein Befehlsempfänger, der sich der eigentümlichen Mechanik des Hofes mit seinen Ritualen, seinen vorgeschriebenen Laufwegen und Blickverboten willig beugt. Aber er folgt auch einer eigenen Agenda. Ihn begleitet der lange Schatten seiner fünfjährig gestorbenen Tochter Abigail, deren Tod alle Brücken zu ­seiner verzweifelt geliebten Frau Faye abgebrochen hat.

Cox versinkt immer wieder in Erinnerungen, die den Lauf der Zeit umkehren, und hofft, dass mit der Konstruktion der Wunderuhr wie durch über alle Entfernungen hinweg kommunizierende Röhren die Liebe seiner Frau erneut zu gewinnen sei. Beflügelt werden seine Hoffnungen durch den einzigartigen Duft der Lieblingskonkubine des Kaisers, der mädchenhaften An. In ihr findet Cox Frau und Tochter zugleich verkörpert.

Cox baut alles, was der Kaiser – nach wochenlangem Schweigen und auf komplizierten Befehlsfolgen – wünscht: Uhren, die das Zeitempfinden messen, die «gefühlte Zeit» also eines Kindes etwa oder eines zum Tode Verurteilten. Unendlich und unbewusst die Zeit des Ersteren, von unbarmherziger Kürze die letzte Frist, doch auch für den Todgeweihten vergeht die Zeit springend, stürzend oder gar nicht.

Was Cox – vielmehr: was sein Erfinder – sich dazu ausdenkt, eine Winduhr und eine Feueruhr, jede in einem Gehäuse von erlesenster Kostbarkeit, ist originell und wundersam. Wie Christoph Ransmayr das erzählt, ist vollkommen und wundervoll. Seine Sprache ist von einer Opulenz und Eleganz, wie man sie in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur kaum noch findet. Wer sonst traut sich solch breit ausschwingende Perioden, die oft in Doppelpunkten enden, worauf sich, wie wenn ein Theatervorhang beiseitegezogen wird, eine neue, noch prächtigere Kulisse entfaltet? Wer wagt es noch, Nebensätze mit Partizipien zu schmücken, die sie eben nicht beschweren, sondern öffnen? Wer das Kitsch nennt, dem hat die grassierende Armuts-Ästhetik unserer Tage den Blick getrübt.

Besonders bestrickend: Ransmayrs Erzählung über die subjektive Zeit gelingt es, diese selbst flexibel zu gestalten. Wenn der Kaiser dem Sommer befiehlt, zu bleiben, wenn die Geschäfte des Hofes stillestehen, so verlangsamt auch sein Erfinder die Gangart, um später, wenn es das Geschehen verlangt, wieder hochzuschalten. Natürlich kann Ransmayr die Zeit auch zurückdrehen. Er ist der eigentliche Uhrmacher, der Gott der Erzählung.

Gegen Ende des Buches lässt der Kaiser dem Uhrmacher eine Schnecke aus Rotgold überreichen. Ein kostbares Geschenk, aber auch ein Symbol: «Nur wer den Luxus der Langsamkeit geniessen konnte, durfte sich in dem Traum wiegen, das kostbarste aller menschenmöglichen Güter zu besitzen: Zeit.» Dieser Besitz ist natürlich eine Illusion, aber eine schöne, und kaum etwas verschafft uns diese schöne Illusion wirkmächtiger als der Luxus der Langsamkeit einer aufmerksamen Lektüre, das Versinken in Büchern wie diesem. Sie haben ihre eigene Zeit.

Christoph Ransmayr: Cox oder Der Lauf der Zeit. Roman. S. Fischer, Frankfurt 2016. 302 S., ca. 32 Fr.

Quelle: der Bund, 16.11.2016, Martin Ebel


Foto Ullstein



Auf der Suche nach dem Sohn: Mit dem einfühlsamen Film «Voyage en Chine» schuf Zoltán Mayer das Porträt einer Mutter, die auf dem Weg zu ihrem toten Sohn eine fremde Welt und sich selbst neu und besser kennenlernt.e,

Liliane, eine französische Krankenschwester um die Fünfzig, die mit ihrem Mann ein ereignisloses Leben führt, reist zum ersten Mal in ihrem Leben nach China. Der Grund ist der Tod ihres Sohnes Christoph, der sich im fernen Land ein Leben aufgebaut und es bei einem Unfall verloren hat. Nach einem ersten Kulturschock lernt sie über die ehemalige Freundin des Sohnes und weitere Menschen seiner Umgebung von diesem neue und unbekannte Seiten kennen. Gleichzeitig taucht sie in eine fremde Welt ein und beginnt, sich intensiv mit ihrem eigenen Leben auseinanderzusetzen.

Mit wenig viel gemacht

Der Franzose Zoltán Mayer war Kameramann von TV-Serien und Fotograf für die «New York Times». «Voyage en Chine» ist sein erster Film als Regisseur. Er drehte ihn an den Originalschauplätzen, in Frankreich bei Vesoul, in China um Sichuan. Für die Hauptrolle verpflichtete er die belgische Schauspielerin Yolande Moreau, die bei uns mit «Le fabuleux destin d'Amélie Poulain» und «» bekannt wurde. Die Rolle von Christophs Freundin Danjie spielte Qu Jing Jing, eine in China bekannte Filmschauspielerin. Beide lösten ihre Aufgabe verschieden: Liliane mit wenigen mimischen Reaktionen, wodurch sie sich dem Publikum zur Projektion eigener Emotionen anbietet; Danjie mit einem reichen und differenzierten Spiel von Mimik und Gestik, wodurch sie beim Publikum ansatzweise Christoph vergegenwärtigt.

Sanfte Melancholie, Besinnlichkeit und Trauer, die Grundstimmungen des Films, werden gelegentlich von behutsam eingestreutem Humor aufgelockert. Dieser blitzt auf, wenn Liliane mit den kulturellen Besonderheiten des Landes oder der Offenheit der Einheimischen konfrontiert wird. Beispielsweise als sie unerwartet von einer Nachbarin auf ihre grosse Nase angesprochen wird oder wenn es beim Sprechen zum Durcheinander kommt. Dass der Regisseur die Provinz von Sichuan zum Schauplatz ausgewählt hat, ist nicht nur wegen der Schönheit der Landschaften, sondern vor allem in der Tatsache begründet, dass hier der Taoismus noch gelebt und zelebriert wird.eine

Der Weg ist das Ziel

Oft wird er schnell dahergesagt, selten jedoch mit Inhalt gefüllt, der Satz «Der Weg ist das Ziel.» Beim Film «Le Voyage en Chine» jedoch trifft er den Kern der Geschichte. Liliane macht sich auf den Weg nach China. Je länger sie reist, desto mehr stellt sie fest, dass sie ihren Sohn viel zu wenig kennt. Sie trifft ihren Sohn erst in der Leichenhalle, wo sie ihn zu identifizieren hat. Doch dann begegnet sie seiner Freundin Danjie, und diese erzählt ihr ausführlich aus ihrem Leben mit Christoph. Diese indirekten Begegnungen mit ihrem Sohn beruhigt sie.Krankenschwester in ihren Fünfzigern, reist zum ersten Mal in ihrem Leben-

Quelle: der-andere-film.ch




«Ich funktioniere wie Rapper Jay-Z»
Der Pianist während der Aufnahmen zur DVD «Lang Lang in Versailles» im Spiegelsaal. Foto: Sony Music



Der chinesische Starpianist Lang Lang über seine neuste DVD, Künstler im Frack und Heavy Metal, das wie Liszt klingt

Das Publikum, dass sich an diesem Sommerabend zur Aufzeichnung der DVD «Lang Lang in Versailles» in einem der unzähligen Säle der Palastanlage eingefunden hat, ist so exklusiv wie der Schaumwein, den die livrierten Kellner hier mit kühler Aufmerksamkeit ausschenken. Ein bunt gemischter Haufen der globalen Ober-oberschicht. Sie sind die Staffage für den neuesten Marketing-Coup des bekanntesten Pianisten der Welt: Lang Lang hat sich entschlossen, die DVD zu seiner neuesten Produktion «Lang Lang in Paris» im Spiegelsaal von Schloss Versailles zu drehen. «Wonderfull idea», flüstert eine asiatische Frau mit Collier.

Ich, der Journalist, habe hier nichts zu suchen. Von Chopin und Tschaikowsky verstehe ich so viel wie vom richtigen Verhalten beim Champagnernachschenken – nämlich nichts, wie mir einer der Livrierten mit einem zischenden «ne bougez pas» zu verstehen gibt, während aus dem Glas klebriger Champagner auf meinen aus der Mode geratenen Anzug tropft.

Das Konzert hört sich fantastisch an. Einen schlechten Lang Lang hätte ich nicht bemerkt. Wie viele seiner Fans auch nicht. Was ich allerdings bemerke, ist, wie sich diese bekannte chinesische Schauspielerin nach dem Konzert in der Gegenwart von Lang Lang wie ein nervöses Schulmädchen verhält. Beim Interviewtermin am nächsten Tag ist Lang Lang ein äusserst entspannter Interview-Partner.

Eine DVD-Aufzeichnung im Spiegelsaal von Louis XIV. Sind Sie der Sonnenkönig der klassischen Musik?
Lang Lang:
Als ich das Konzert gespielt habe, dachte ich auch kurz daran. Ein ziemlich cooler Gedanke (lächelt verschmitzt).

Wieso gerade an diesem Ort?
Als ich zum ersten Mal im Spiegelsaal von Versailles stand, war ich überwältigt. Er ist surreal: die Spiegel, die Kronleuchter, der Garten, schockierend schön. Deshalb wollte ich hier unbedingt ein romantisches Repertoire spielen.

Wie wichtig ist die Optik für Sie?
Ich bin ein visueller Mensch. Deshalb habe ich auch begonnen, DVDs zu produzieren. Mit der letzten DVD war ich nicht ganz zufrieden. Ich hätte mir mehr Kameraeinstellungen gewünscht. Also habe ich das Konzert in Versailles dreimal gespielt. Für diese Produktion hatten wir elf Stunden Filmmaterial.

Man wird das Gefühl nicht los, dass Sie sich in einem Steigerungslauf befinden, was die Extravaganz Ihrer Konzert-Location angeht.
Ich wollte in meiner Karriere zuerst in allen legendären Konzertsälen der Welt spielen: Carnegie Hall, Royal Albert Hall und so weiter. Als ich das erreicht hatte, ging es darum, spezielle Orte für Konzerte zu finden, wie das Schloss Schönbrunn, den Eiffelturm. Und was gibt es Spezielleres, als in der luxuriösesten Stube der Welt zu spielen? Was mir zusätzlich gefiel: Die Atmosphäre war intim.

Wie meinen Sie das?
Grosse Stadien, wie bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking, sind toll. Die Atmosphäre saugt einen auf. Aber die Konzerte, an die ich mich am besten erinnere, auch was mein Spiel anbelangt, sind jene im intimen Rahmen. Du kannst jeden einzelnen Zuhörer spüren. Aber ich geniesse es auch, in ganz anderen Zusammenstellungen zu spielen, zum Beispiel bei den Grammy-Verleihungen mit Metallica oder mit dem grossartigen Pharrell Williams.

Hat Metallica musikalisch irgendetwas mit Chopin oder Tschaikowsky zu tun?
Metallica ist Heavy Metal. Das klingt eher wie Liszt. Oder Bartók.

Sie sagten einmal, «klassische Musik ist für jedermann». Nicht alle Kritiker teilen diese Meinung. Der «Stern» schrieb einst, der grösste Teil Ihrer Fans könne nicht einmal Dur von Moll unterscheiden. Ist Popularität in Ihrer Branche eine Hypothek?
Ich denke, die Welt der klassischen Musik hat sich geöffnet. Sehen Sie sich die CD-Covers früherer Tage an. Nur weisse oder schwarze Krawatten. Man hatte auszusehen, wie ein klassischer Musiker eben aussieht. Heute kann ich aussehen, wie ich will. Natürlich gibt es immer noch Puristen, aber wir leben in einer Social-Media-Welt, in der sich jeder Star auch natürlich zeigt. Die meisten klassischen Musiker, die ich kenne, sind nette, moderne Menschen und keine Nerds, die nur im Frack herumlaufen.

Sie treiben sich als Künstler immer weiter. Die Ideen werden immer extravaganter. Irgendwann erreichen Sie doch den Punkt, wo es nicht mehr weiter geht.
In der Kunst gibt es keine Grenzen. Mein nächstes Album wird musikalisch eher im Pop-Bereich liegen. Seal oder Sting werden darauf singen.

Welche Rolle spielt das Geschäft in Ihrer Kunst?
Eine wichtige. Ich funktioniere wie ein Sportstar oder wie Rapper Jay-Z. Wir suchen immer nach Synergien zwischen unserer Kunst und dem Geschäft.

Suchen Sie Perfektion?
Es geht mir nicht um Perfektion. Perfektion gibt es nicht, und es lohnt sich nicht, nach etwas zu streben, dass es nicht gibt. Ich will einfach das Beste herausholen und liebe es, auf der Bühne zu spielen.

Sie unterrichten in China selbst junge Pianisten. Weshalb?
Talente gibt es nicht nur in der ersten Welt, sondern auch in China und in Entwicklungsländern: in Lateinamerika, Indien und so weiter. Die Talente sind da. Aber es ist einfacher, Talente kaputtzumachen, als sie zu fördern. Deshalb brauchen wir bessere Schulen, bessere Lehrer. Darum geht es mir und meiner Stiftung.

Sie selbst hatten ein sehr angespanntes Verhältnis zu Ihrem Vater, weil er Sie schon als kleines Kind stark unter Druck setzte. War es nötig, so einen Vater zu haben?
Nein, ich denke, es war nicht nötig. Natürlich braucht es jemanden, der hart ist, weil man als Kind schlicht nicht immer üben will. Aber es gibt Grenzen. Es ist wie bei einem Gummi – wenn man zu stark daran zerrt, dann reisst er, oder er federt zurück. Mein Vater und ich haben einige Situationen erlebt, die eskalierten.

Der Star-Dirigent Nikolaus Harnoncourt sagt: Wahre Qualität entsteht in der Nähe der Katastrophe.
Er hat so recht. Man muss riskieren und darf keine Angst haben. Schauen Sie sich Formel-1-Fahrer an. Die sind fast alle gleich gut. Es gewinnt der, der eine Spur mehr Risiko eingeht. Aber es kann dich auch von der Strecke treiben . . . Kunst braucht Opfer, man muss sie in Kauf nehmen.

Apropos Opfer: Sie sind ohne Pause unterwegs. Wo sind Sie zu Hause?
Ich habe drei Häuser. In Peking, in New York und in Paris.

Sie verstehen mich falsch. Ich spreche vom Gefühl «Heimat».
Das Gefühl? (zögert). Ich bin im Herzen Chinese, aber Reisen fühlt sich wie Heimat an. Ich reise seit 18 Jahren permanent. In Paris war ich hundert Mal, in Berlin vielleicht dreihundert Mal.

Quelle: Benno Tuchschmid «Schweiz am Sonntag» 3.10.2015
Der Pianist während der Aufnahmen zur DVD «Lang Lang in Versailles» im Spiegelsaal. Foto: Sony Music












The Nightingale - ein Film von Philippe Muyl
mit Li Bao Tian, Li Xiao Ran, Qin Hao, Yang Xin Yi


Um seiner Frau ein gemachtes Versprechen zu erfüllen, macht sich der Bauer Quan in seine Heimatstadt Yangshuo auf.

Um seiner Frau ein gemachtes Versprechen zu erfüllten, bricht der chinesische Bauer Quan von Peking auf, um einen Vogel, der ihn jahrelang begleitet hat, in seine Heimatstadt Yangshuo zu bringen. Seine Schwiegertochter Chan bittet ihn, seine verwöhnte Enkelin Wei mit auf die Reise zu nehmen.

ZHIGEN löst das Versprechen ein, das er seiner Frau gemacht hat: Er kehrt in sein Heimatdorf zurück, um seinem Vogel die Freiheit zu geben, der sein einziger Freund im Alter war. Er wollte diese Reise allein machen, aber man vertraut ihm seine Enkelin RENXING an. Sie ist ein verhätscheltes Stadtkind, das gezwungen wird, mit ihm mitzugehen.

Auf der Reise zur Grenze des traditionellen China - inmitten einer prächtigen Landschaft - lernen sich diese zwei Menschen kennen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Sie teilen Erinnerungen und erleben zusammen Abenteuer. Das kleine Mädchen entdeckt neue Werte - vor allem jene des Herzens. Gedreht wurde der Film hauptsächlich in Peking sowie in der Provinz Guangxi in Yangshuo, Guilin und in der Nähe von Sanjiang in Dörfern der Dong-Minderheit.






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